Dienstag, 15. Juli 2014

2013 Blankenheim - Trier



Blankenheim Trier



05. 07. 2013

Wir sind wieder in der herrlichen Chorkapelle unserer Kirche. Markus spendet uns den Reisesegen und gemeinsam sprechen wir den Psalm 37:




Hoffe auf den Herrn

Befiehl dem Herrn deine Wege
und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen
und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht
und dein Recht wie den Mittag.
Sei stille dem Herrn und warte auf ihn.
Entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht tust.
Bleibe fromm und halte dich recht;
denn einem solchen wird es zuletzt gut gehen.
Der Herr Hilft den Gerechten,
er ist ihre Stärke in der Not.



08. 07. 2013

Giessen – Blankenheim – Dahlem





6:29 Uhr – es geht los!

Der Zug in Hungen war pünktlich, in Giessen umsteigen in den Zug nach Koblenz. Von da nach einer Tasse Kaffee weiter nach Köln. Im Kölner Bahnhof fanden Bauarbeiten statt, dadurch fuhr unser Zug von einem anderen Gleis ab. Es gab aber keinen Hinweis darauf. Wir wunderten uns zwar, dass auf diesem Gleis ein ICE stand, dachten uns aber noch nichts dabei. Erst nachdem der ICE abgefahren ist und sich dann nichts mehr tat, wurden wir nachdenklich. Na ja, wir nahmen halt den nächsten Zug nach Blankenheim.
Hier meldete sich mein Knie wieder, das ich mir vor 2 Wochen etwas verdreht hatte. Also Bandage anziehen, Zähne zusammenbeißen und weiterlaufen. Nach 2 Stunden legten wir eine Pause ein und stärkten uns.
Vor Dahlem sahen wir im Wald den Vierherrenstein. Ein 500 Jahre alter behauener Basaltstein, der den Vierländerpunkt der Herrschaften Jünkerrath, Kronenburg, Schmidtheim und Blankenheim markierte. In Dahlem reservierten wir telefonisch drei Betten in der Pension Ulrich. Wir verspäteten uns etwas und wurden von der Wirtin ungnädig empfangen „Das waren aber keine 1 ½ Stunden“ Dann wurden wir darauf hingewiesen, dass wir unsere Schuhe nicht mit den Handtüchern abwischen sollten, sie habe keine Lust jedes Mal neue Handtücher zu kaufen. Die örtliche Kneipe hatte Ruhetag. Wir bekamen gnädigerweise jeder eine Tomaten-Fertigsuppe aus dem Automat und in der Minibar war für jeden eine kleine Flasche Bier oder Wein.


09. 07. 2013

Dahlem – Prüm




In der Pension Ulrich genossen wir ein gutes Frühstück. Die Wirtin war wie ausgewechselt.

Es ging gleich mit einem deutlichen Anstieg los. Der Weg folgte zunächst sehr schönen Waldwegen, die sich mit Feldwegen abwechselten. In Ormont sahen wir uns die sehr schöne Kirche an. In der Kirche lag ein Gästebuch aus, in dem sich Christa und Martin aus Bremen auf Ihrem Weg von Bremen nach Santiago de Compostela eingetragen haben. In der Nähe von Ormont verlief im 2. Weltkrieg der Westwall durch die Eifel. Allein im Altkreis Prüm schufteten hierfür über 7.000 Arbeiter. Nach Ormont folgten wieder lange Anstiege. Völlig fertig erreichten wir Gondenbrett. Gerhard sprach einen Herrn in der Nachbarschaft an, um ein Taxi zu unserem Etappenziel Prüm zu bestellen. Der bat ihn ins Haus und Gerhard bekam ein Glas Wasser und in 20 Minuten seine ganze Lebensgeschichte erzählt. Wir übernachteten im Hotel zum goldenen Stern in Prüm. In der alten Bastei haben wir sehr gut zu Abend gegessen. Nach dem Essen erhielt Klaus einen Anruf von seiner Frau und ging zum Telefonieren hinaus. Wir humpelten nach ein paar Minuten hinterher. Klaus sagte zu seiner Frau, da kommen zwei 75-jährige. Aber ihm ging es auch nicht besser.



10. 07. 2013

Prüm - Waxweiler

  


Beim Frühstück am nächsten Morgen saßen am Nebentisch zwei Frauen aus Saarbrücken und Freiburg, die mit Fahrrädern unterwegs waren. Die Wirtin kam in unsere „sportive Ecke“ und sagte uns, wir können uns von den Brötchen mit auf den Weg nehmen. In der Basilika wurden wir von einem Pater begrüßt „ich bin hier sozusagen der Hausherr, wenn ihr einen Stempel wollt, müsst ihr euch beeilen, da das Gemeindebüro gleich geschlossen wird. Hinter Prüm ging es gleich wieder steil bergauf. Nach 2 KM erreichten wir Rommersheim, ein sehr schöner Ort mit gepflegten Häusern und Gärten. Es folgte eine wunderschöne Strecke durch die Schönecker Schweiz nach Schönecken.
In der Kirche von Schönecken lag ein Pilgerstempel aus, den wir in unsere Pilgerausweise drückten. Es folgte  -  ein sehr steiler Anstieg! Es ging unter der A60 hindurch. Hier gab es eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Pilger.


11. 07. 2013

Waxweiler – Mettendorf



Wir haben sehr gut geschlafen. Die Vermieterin war eine ältere Dame, die uns ein sehr gutes Frühstück servierte. Auch hier durften wir uns für unterwegs etwas mitnehmen. Gegenüber, im Haus des Gastes erhielten wir unsere Pilgerstempel. Im Getränkemarkt haben wir uns mit Wasser für den Tag versorgt. Und wieder ging es steil bergauf. In Bellscheid, einem kleinen Weiler, sprach uns eine ältere Dame mit Strohhut und Hund an „Ihr müsst da vorne in das Kapellschen und dann rechts“. Dass wir nach dem „Kapellschen“ erst wieder ein paar Meter zurück müssen, bevor wir abbiegen, hat sie nicht gesagt. Da wurde aus dem Weg erst mal wieder ein Suchspiel. Ziemlich fertig erreichten wir Neuerburg. Eingangs Neuerburg war ein älterer Herr an einem Grundstück am Aufräumen. Er machte den Eindruck eines Hilfsarbeiters, entpuppte sich aber im Laufe des sehr interessanten Gespräches als pensionierter Chefarzt, Orthopäde und Unfallchirurg des örtlichen Krankenhauses. Wir sind noch nach Neuerdorf in die Dorfmitte gegangen Eine Frau aus dem Schreibwarengeschäft sprach uns an „wollt ihr einen Stempel, dann kommt, ich mach gleich zu“. Im Hotel Kickert haben wir sehr gut übernachtet. Das Restaurant war geschlossen, da der Seniorchef 85. Geburtstag feierte, so gingen wir in ein nahegelegenes Restaurant.


12. 07. 2013

Mettendorf – Bollendorf



Nach einem guten Frühstück (bei dem wir wieder Brot für den Weg mitnehmen durften) machten wir uns auf. In der Kirche holten wir und unseren Stempel und gingen nach einer kurzen Einkehr los. Der Aufstieg nach Nussbaum war vergleichsweise mäßig. In der Kirche in Nussbaum lag ein Zettel aus „Pilgerstempel gegenüber“. Wir erhielten die Stempel von einem sehr netten Herrn in Form von Aufklebern, die wir in unsere Pilgerausweise klebten. Er lud uns ein, uns zu setzen und bot uns etwas zu trinken an. Wir saßen etwa eine halbe Stunde bei Ihm und haben uns sehr gut unterhalten. Er verabschiedete sich von uns mit den Worten „bitte beten sie für mich“.
Im Wald führte der Weg am Fraubilienkreuz vorbei. Das Fraubilienkreuz ist einer der wenigen noch in der Region existierenden Menhire. Er wurde im 2. oder 3. Jahrtausend vor Christus errichtet und war eine Kult- und Opferstätte. Der Legende nach hat ihn der hl. Willibrord selbst zu einem Kreuz umgestaltet.
Kurz vor Bollendorf führte der Weg vorbei an herrlichen Felsformationen. Übernachtet haben wir im Gasthaus Unter der Burg am Ortsrand. Im Ort haben wir bei einem Kroaten zu Abend gegessen, es gab eine herrliche Fischplatte.


13. 07. 2013

Bollendorf – Echternach – Wasserliesch – Nittel



Die Kirche in Bollendorf war leider verschlossen. Der Weg nach Echternach führte entlang der Sauer. Bei Bollendorf stand ein Angler bis zum Bauch im Wasser und hoffte auf Petriheil. Auf der Sauer waren immer wieder ganze Gruppen Kanus zu sehen. Es war ein herrlicher Weg. Der Weg nach Echternach führte über größtenteils geteerte Rad- und Wanderwege am Fluß entlang.

Bei dem Sauerübergang über eine schöne überdachte Holzbrücke stand eine große Jakobsmuschel. Von hier nach Santiago de Compostela sind es noch lächerliche 2.431 KM. Nach zwei Stunden erreichten wir Echternach. Es ist eine sehr schöne Stadt, wir machten einen kleinen Rundgang und holten uns in der Information unseren Pilgerstempel und tranken auf dem Kirchenvorplatz einen Kaffee.Von Wasserbillig setzten wir mit der Fähre nach Oberbillig über die Mosel, um unseren Weg nach Trier fortzusetzen. In Wasserliesch fragten wir im Weingut Giwer nach Unterkunft. Es war kein Zimmer mehr frei. Frau Giwer erklärte uns, es sei Wochenende und in Trier Moselfest, da bräuchten wir gar nicht daran denken im Großraum Trier ein Zimmer zu bekommen. Sie empfahl uns das Hotel Mühlengarten in Nittel ca 20 KM zurück. Also: mit dem Zug zurück nach Nittel. In der Vinothek des Weingutes tranken wir noch ein Glas Wein. Im Hotel Mühlengarten sind wir gut untergebracht. Wir beschlossen morgen einen „Ruhetag“ einzulegen und mit dem Zug nach Trier und abends wieder zurück fahren. Die Zimmer konnten wir um einen Tag verlängern.


14. 07. 2013

Trier



9:22 Uhr ging der Zug von Nittel nach Trier. Am Bahnhof trafen wir ein lustiges 6-er Gespann Damen. Ihre Männer sind mit dem Fahrrad unterwegs und sie fahren ihnen mit dem Zug hinterher. Margot fragte, ob sie auf unser Gruppenticket 2 Stationen bis Oberbillig mitfahren darf. Von dort sind sie nach Echternach gefahren. In Trier nahmen wir um 10:00 Uhr an einer Stadtführung teil. Herr Minas zeigte uns sehr kurzweilig und interessant die Sehenswürdigkeiten von Trier. Von der Porta Nigra mit Simeonsstift vorbei am Dom bis zur Kaisertherme. Am Nachmittag wollten wir eine Schifffahrt auf der Mosel machen, haben aber das Schiff verpasst. Es legte gerade ab als wir kamen. Um 17:00 Uhr nahmen wir den Zug zurück nach Nittel.

15. 07. 2013

Nittel – Trier – Hungen



Nach einem guten Frühstück liefen wir in Nittel los. In Temmels in der Kirche ein kurzes Dankgebet gesprochen. Dann ging es weiter bis Oberbillig. Der Zug fuhr uns vor der Nase davon, also eine Stunde warten. In Trier tranken wir vor dem Bahnhof in einem Cafe noch eine Cola um die Wartezeit zu überbrücken. Der Zug fuhr pünktlich um 14:23 Uhr. Ohne weitere Verspätungen kamen wir um 19:33 in Hungen an. Gemeinsam mit unseren Frauen ließen wir unsere Pilgerwanderung durch die Eifel im Restaurant Klosterwald ausklingen.

2012 Jakobsweg Marburg - Köln von Marburg bis Friesenhausen

Jakobsweg Marburg - Köln
von Marburg bis Friesenhausen









13. 07. 2012

Gerhard und ich trafen uns mit Markus, unserem Pfarrer in der herrlichen Chorkapelle unserer Kirche.

Markus sprach mit uns zusammen dem Psalm 121

1Ein Wallfahrtslied.
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?
2Meine Hilfe kommt vom HERRN,
der Himmel und Erde gemacht hat.
3Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.
4Siehe, der Hüter Israels
schläft und schlummert nicht.
5Der HERR behütet dich;
der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
6dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.
7 Der HERR behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele.
8 Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit!

Nach einem gemeinsamen Gebet spendete uns Markus den irischen Reisesegen.




14. 07. 2012
Marburg – Steinperf



Monika und Uta fuhren uns nach Marburg.
Im Kaffee Klingelhöfer stärkten wir uns mit einem super Frühstück
Wir wurden von Frau Heedfeld sehr freundlich bedient.
Sie fragte was wir vorhaben, am liebsten wäre sie auf unserem Weg mitgekommen.

Nach dem Frühstück bummelten wir noch etwas durch Marburg zur Elisabethkirche. Hier holten wir uns unseren ersten Stempel.

Danach verabschiedeten wir uns von unseren Frauen und begannen unsere diesjährige Pilgeretappe.

Über Neustadt und Markt vorbei an der Kirche St. Marien und der Kugelkirche (der Name leitete sich von der kugelförmigen Kapuze des Habitats der Mönche „Brüder vom gemeinsamen Leben“ ab) verließen wir Marburg durch das Kalbstor von 1234. Auf diesem Weg trafen wir ein älteres Ehepaar. Er fragte uns „wo wollt ihr denn hin, da lauft ihr am Besten entlang der A45 und biegt bei Olpe links ab.“
Auf dem Kamm der westlichen Lahnhöhe hinter Marburg kurz vor Wehrshausen kreuzten wir die Weinstraße. Die Weinstraße war die bedeutendste Nord-Süd-Verbindung im Mitteldeutschen Raum. Sie verband den norddeutschen Hanseraum mit dem Messeplatz Frankfurt. Der Name stammt nicht von der Handelsware Wein sondern vom mitteldeutschen Ausdruck „woin“ für Wagen.

In Wehrshausen sahen wir uns die Marienkirche von 1475 an. Es war eine sehr schöne spätgotische Wallfahrtkirche.

Vorbei an der Dammühle, einem beliebten Ausflugslokal, das sich nicht nur bei Studenten großer Beliebtheit erfreute, ging es weiter. Auf dem Stackelberg konnten wir neben der heutigen Trasse einen alten, ausgewaschenen Hohlweg erkennen.
In Dilschhausen legten wir unsere Mittagsrast ein. Für kurze Zeit ließ sich die Sonne blicken, wir genossen die wärmenden Strahlen.
Im Wald konnten wir die Folgen des z.T. heftigen Regens erkennen.
In Herzhausen versuchten wir eine Unterkunft für die erste Nacht zu finden.
Wir trafen einen sehr netten Herrn. Er erklärte uns, dass es in Herzhausen keine Übernachtungsmöglichkeit mehr gibt.
Mit dem Handy versuchten wir in Holzhausen und Niedereisenhausen ein Bett zu erhaschen – alles belegt. In Steinperf hatten wir dann endlich Erfolg.
In Holzhausen mussten wir nach dem Weg fragen. Ein netter Herr empfahl uns im Walhalla ein Bier zu trinken. Das entpuppte sich als Motorradclub. Das Bier war gut und die Jungs dort waren sehr nett.

In Holzhausen fand gerade das Lindenfest statt. Da wir gerade ein Bier getrunken hatten setzten wir mit einem leichten Bedauern unseren Weg fort. Bei dem steilen Aufstieg ausgangs Holzhausen hielt plötzlich ein Auto neben uns. Der nette Herr aus  Herzhausen fragte uns „soll ich euch mitnehmen“? Er war mit seiner Frau auf dem Weg zu einer Geburtstagseinladung. Sie fuhren uns nach Steinperf in unsere Unterkunft.




15. 07. 2012
Steinperf – Irmgarteichen



Wir haben im Gasthof Battenfeld sehr gut geschlafen. Nach einem kräftigen Frühstück liefen wir 3 KM nach Niedereisenhausen. Eingangs Niedereisenhausen tranken wir in Schäfers Backstube einen hervorragenden Kaffee.
Ausgangs Niedereisenhausen wurden wir von einer Frau aus dem Fenster angesprochen: „geht ihr den Jakobsweg? Macht weiter so, ich kann es leider nicht mehr.“
Von hier schickte ich Nils per SMS einen Gruß aus seiner Heimat.
Kurz vor Straßebersbach – Ebersbach an der Straße – setzte Regen ein, der sich mit kurzen Unterbrechungen zu Dauerregen entwickelte.
An der Dillquelle haben aufgrund von Windbruch die Wegzeichen gefehlt, so dass wir statt in Hainichen  in Offdillen herauskamen (12 KM links raus).
Hier trafen wir ein junges Pärchen das wir nach dem Weg fragten. „Nach Irmgarteichen? Das sind noch 12 KM.“ Wir brachen fast zusammen. Da sagte sie „wisst ihr was, wir fahren euch hin“. Wir hätten sie küssen können (bei ihr hätte es sich gelohnt).
Im Gasthof Jokebes wurden wir vom Wirt Büdenbender sehr freundlich empfangen.




16. 07. 2012
Irmgarteichen – Siegen



Gegenüber dem Jokebes war die Kirche St. Caecilia. Leider war sie verschlossen.
Auf dem Weg nach Anzhausen fehlten beim Sportplatz Salchendorf mal wieder die Wegzeichen, so dass wir 2 KM Umweg vor uns hatten.
Im Wald erklärte uns ein Landwirt, der nach seinen Kühen sah, den Weg nach Anzhausen. Außerhalb von Anzhausen trafen wir Helga und hielten einen netten Plausch mit ihr. Ich erzählte ihr von unseren selbst gemachten Pilgerstäben, die sie sehr bewunderte. Dann fragte sie, ob ich ihr zwei Stöcke machen könnte, sie wolle mit ihrer Freundin auch nach Santiago de Compostela laufen. Ich versprach ihr die beiden Stöcke, die ich ihr im Herbst dann auch brachte.

In Flammersbach steht eine Kapellenschule, ein Gebäude mit Dachreiter. Es war eine an die Kapelle angeschlossene Schule. Die Kapellenschulen wurden Mitte des 16. Jhd. nach einer Forderung Luthers nach „Teutschen Schulen“ in dieser Form gegründet. Der Lehrer war gleichzeitig  Küster oder Glöckner. Als Lehrbücher diente die Bibel oder das Gesangbuch.
Hinter Flammerbach verbrachten wir unsere Mittagspause auf einer sehr schönen Bank. Der Regen machte extra für uns eine Pause.
Eingangs Siegen kämpften wir uns ca. 1 KM durch mannshohes Brennnessel- und Distelgestrüpp. Danach folgte ein 1 KM steiler Abstieg in die Stadt. Es war ein hässlicher Weg durch ein Industriegebiet bis zu unserem Hotel.


Im Hotel gab es eine interessante Sanitärinstallation zu bewundern.

Zum Abendessen gingen wir in die Fußgängerzone von Siegen. Hier fanden wir eine sehr gemütliche (Raucher)Kneipe. Wirtin Helga war eine ganz „handfeste“. Wir bekamen bei ihr ein hervorragendes Abendessen. Nach ein (oder auch zwei) Bier entdeckten wir, dass es bei ihr auch Frikadellen gab. Wir bestellen sie uns, Helge brachte uns eine, die sie durchgeschnitten hatte „das ist meine letzte, die geht aufs Haus“. Zu der Frikadelle konnte man „sie“ sagen.


17. 07. 2012
Siegen – Freudenberg


  
Die Martinskirche in Siegen war leider verschlossen. Nach der Eisenbahnanlage folgte ein gefühlt senkrechter Aufstieg aus dem Siegtal. Die Johanneskirche in Oberfischbach war leider auch verschlossen.
In der Nähe der Autobahnraststätte Siegerland machten wir unsere Mittagspause. In Freudenberg fanden wir im Landhaus Bräuer Unterkunft. Zum Abendessen gingen wir nochmal ins Dorf. Statt unseren Wanderschuhen trugen wir unsere Crocks und bekamen trotz Regen zu unserer Überraschung keine nassen Füße.
Auch heute begleitete uns Regen – Regen – Regen.




18. 07. 2013
Freudenberg – Friesenhagen



Wir haben bei Herrn Bräuer sehr gut geschlafen. Herr Bräuer verabschiedete uns mit den Worten: Euch habe ich gestern in Siegen gesehen. Ihr hattet Rucksäcke und Stöcke dabei, wenn die Ampel rot gewesen wäre, hätte ich euch zu mir eingeladen. So klein ist die Welt.

Bevor wir Freudenberg verliessen schauten wir uns kurz die Kirche an. Vor der Kirche trafen wir einen Herrn, der uns seine selbst gestalteten Eichenstöcke zeigte.  Nach Freudenberg folgte ein stetiger Anstieg bis Hohenhain. Ausgangs Friesenhagen kam uns Pilger Daniel aus Leverkusen entgegen. Er war in Richtung Marburg unterwegs.
 Hinter Hohenhain trafen wir auf die Kapelle zur schmerzhaften Mutter. Sie steht an einer alten Wegkreuzung zweier Reichsstraßen. Ein kurzes Stück weiter stand die Kapelle St. Anna oberhalb von Friesenhagen. Sie steht an einer alten Richtstätte an der im 17. Jhd. Hexenverbrennungen stattfanden. Die Kapelle wurde als sichtbares Zeichen, dass der Hexenwahn ein Ende hatte, errichtet.
An einem Gedenkkreuz mit herrlichem Blick auf Friesenhagen machten wir unsere Mittagspause.



Unsere diesjährige Pilgeretappe beendeten wir mit einer kurzen Andacht in der Pfarrkirche St. Sebastian in Friesenhagen. An einem Pfeiler war eine Schwalbe angebracht.
Vom Dorfplatz aus riefen wir ein Taxi, das uns nach Siegen zum Bahnhof brachte.

Freitag, 25. Februar 2011

Gerhard und Andreas auf dem elsässer Jakobsweg




















Die Ticket sind gebucht, der Termin ist blockiert, der Rother Wanderführer Strassburg - Le Puy ist verinnerlicht.

Am 07. 04. geht es um 6:23 ab Giessen los. Um 10:11 sind wir in Strassburg.



06. 04. 11

Gerhard und ich finden uns um 16:00 Uhr bei unserem Pfarrer  Markus Kleinert zum Reisesegen ein.

Wie im letzten Jahr gehen wir gemeinsam in die wunderschöne Chorkapelle unserer Kirche.

Gemeinsam sprechen wir den Psalm 37

Hoffe auf den Herrn

Befiehl dem Herrn deine Wege
und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen
   und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht
   und dein Recht wie den Mittag.
Sei stille dem Herrn und warte auf ihn.
Entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht tust.
   Bleib fromm und halte dich recht;
   denn einem solchen wird es zuletzt gut gehen.
Der Herr hilft den Gerechten,
er ist ihre Stärke in der Not

Anschließend beten wir ein Reisegebet für Pilger:

Gott, gehe mit uns auf die Reise.
Behüte und bei Tag und Nacht.
Gib deinen Engel uns zum Geleit.
Lass uns Heimat finden bei guten Menschen,
lass uns einander gute Freund sein.
Alles, was uns geschenkt wird,
geben wir in deine Hand.
Du magst es segnen und fruchtbar machen:
Für uns selbst und für die Welt.
Amen

Zum Abschluss spendet und Markus den Reisesegen nach irischem Vorbild.

Unsere Chorkapelle gibt für uns den würdigen Rahmen.


07. 04. 2011 Strassburg – Ernolsheim sur Bruche

   
Strassburg

Monika hat uns nach Giessen zum Bahnhof gebracht. Unser Zug fährt pünktlich um 6:23 ab. Beim Einsteigen raunzt mich ein Mitreisender an: „Können sie mal ihren Rucksack aus meinem Gesicht nehmen.“
Als Ausgleich dazu wünscht uns ein Anderer beim Aussteigen „Viel Spaß auf dem Jakobsweg.“
Nach der Ankunft gönnen wir uns vor dem Bahnhof auf einem Mäuerchen zuerst einmal eine kleine Mahlzeit. Dann machen wir uns auf die Suche nach der Kathedrale.

Es ist gar nicht so einfach, sich in den Gassen und Gässchen zurecht zu finden. Eine freundliche Dame weist uns den richtigen Weg. In Strassburg ist schwer was los. Es ist der Tag der französischen Klassenfahrten, alles ist voller Schulklassen in allen Altersstufen. Die Kathedrale ist leider über Mittag bis 13:45 Uhr geschlossen. Wir beschließen unseren Stempel auf der Rückfahrt zu holen und lassen das Feld im Pilgerausweis frei. Der Weg durch die Altstadt von Strassburg ist herrlich. Entlang der Ill vorbei an wunderschönen Fachwerkhäusern. Der Weg aus der Stadt hinaus ist etwas einfallsreich beschildert und führt so zu 2 zusätzlichen Kilometern. Es geht entlang dem Bruchekanal, der parallel zu dem gleichnamigen Flüsschen verläuft und zu den ältesten noch bestehenden Kanälen im Elsass gehört. Er wurde im 17. Jahrhundert für den Transport von Baumaterialien für die Zitadelle in Strassburg angelegt und später zum allgemeinen Warentransport genutzt. Im Bruchekanal gibt es noch freilebende Bieber die hier fleißig ihre Burgen bauen.
Auf dieser Strecke treffen wir Nadja und ihre Freundin. Sie bleiben mit ihren Fahrrädern stehen und wollen genau von uns wissen von wo wir gestartet sind, wie lange und bis wohin wir laufen. Es entsteht eine angeregte Unterhaltung. Etwas später werden wir von zwei Radfahrern überholt, die uns im vorbeifahren „Bon Chemin“ zurufen.
Unsere erste Herberge finden wir bei
Mme Jacquot in Ernolsheim sur Bruche. Wir bekommen ein liebevoll hergerichtetes Zimmer. Mme Jacquot bestellt in einer nahegelegenen Pizzeria für uns einen Tisch. Hier bekommen wir ein sehr gutes Abendessen und lassen den Tag bei einem kühlen Bier ausklingen.


08. 04. 2011 Ernolsheim sur Bruche - Ottrott

   

Am nächsten Morgen bekommen wir ein reichhaltiges Frühstück in dem schön restaurierten Aufenthaltsraum serviert.

Um ca 8:30 gehen wir los. Ich suche mir zuerst eine Apotheke. Irgendwie brennen mir meine Augen und ich kaufe mir ein paar Augentropfen. Damit geht es schon besser. Wir kommen an der Rimelenkapelle St. Michael, erbaut 1199, vorbei. Es ist eine schöne, liebevoll restaurierte Kapelle. 

In Ergersheim sind wir falsch abgebogen, haben aber schnell wieder auf den richtigen Weg gefunden. Hinter Ergersheim steht der Dompeter (Domus Petri = Haus Petri), die wohl älteste Landkirche im Elsass. Davor lädt eine Bank zu einer kurzen Verschnaufpause ein. Um 12:00 werden wir mit Glockengeläut vom Dompeter verabschiedet. Kurz bevor wir loslaufen, kommt ein Pilger aus Strassburg vorbei. Er erzählt uns, dass er vor zwei Jahren in Santiago de Compostela war. Er zieht dann mit schnellen Schritten weiter. Wir folgen ihm etwas langsamer nach Molsheim. Molsheim war in der ersten Hälfte des 20 Jh. bekannt für die Bugatti-Sportwagen, die Ettore Bugatti hier bauen liess. In Dorlisheim fragt Gerhard mit non-verbaler Kommunikation einen Mann, der gerade aus einem Lokal kam, wie das Essen sei, der antwortet mit den hochgereckten Daumen. Die rechte Spalte der Speisekarte gefiel uns allerdings gar nicht. Rosheim betraten wir durch das Porte du Lion. Bei einem Kaffee treffen wir zwei Ehepaare aus der Karlsruher Gegend. Sie erzählen uns, dass durch ihr Dorf seit kurzem auch ein Jakobsweg beschildert ist. In Rosheim grüßt in der Spitze eines Torbogens des  Krankenhauses Jakobus herunter.
In Ottrott war der Weg wieder etwas kreativ beschildert, so dass wir nach dem Weg fragen und trotzdem erst nach einigem Suchen unser Hotel L’Ami Fritz finden.
Im L’Ami Fritz nehmen wir ein sehr gutes Abendessen ein. Unsere Tischnachbarn gucken etwas irritiert als wir in T-Shirt und Gummischlappen erscheinen. Kein Wunder, sitzen sie doch, incl. der Kinder, mit weißem Hemd und Fliege ziemlich ungemütlich da.




09. 04. 2011 Ottrott – Andlau

   
Mont St. Odile

Am nächsten Morgen sind wir ohne Frühstück los. Der Aufstieg zum Odilienberg  fängt gefühlt senkrecht an. Der Anstieg erstreckt sich innerhalb von 3,5 km von 260 bis auf 764 Höhenmeter. Wir brauchen dafür 2,5 Stunden. Nach kurzer Zeit finden wir im Wald eine wunderschöne Bank, die geradezu zu einer Pause einlädt. Hier wird erst mal gefrühstückt. Unterwegs werden wir von zwei Läufern überholt, die anscheinend für den Alpenmarathon trainieren. Es ist etwas deprimierend wie die da hoch joggen und ich keuche im Zeitlupentempo hinterher. Kurz vor dem Ziel passieren wir imposante Mauerreste, die auf keltische Ursprünge zurückgehen. Endlich ist das Kloster Mont St Odile erreicht. Es ist eine sehr schöne und gepflegte Anlage mit herrlicher Fernsicht. Das Kloster wurde auf einem steil abfallenden Buntsandsteinfelsen gebaut und ist der meistbesuchte Wallfahrtsort im Elsass. Seit 1931 findet in der Klosterkirche eine fortwährende Anbetung vor dem allerheiligsten Sakrament statt, Männer aus den umliegenden Dekanaten wechseln sich wöchentlich ab.
Vor dem Selbstbedienungsrestaurant, das im Salle des Pélerins untergebracht ist, spricht uns eine Frau an „wir haben uns bereits bei Strassburg getroffen“. Es sind die beiden Radfahrer, die uns bei Strassburg mit „Bon Chemin“ begrüßt hatten. Ihr Mann lädt uns zu einem Radler ein und wir sitzen über eine Stunde gemeinsam in der Sonne und unterhalten uns. Sie stammt aus der Nähe von Strassburg und spricht relativ gut deutsch, er ist Franzose und versteht fast nichts. Beide sind Mitglied im örtlichen Radfahrerverein und machen regelmäßig Touren in die Umgebung.
Ausgeruht geht es Richtung Barr weiter.
Kurz nach dem Start treffen wir auf die Odilienquelle. Ihr wird noch heute heilende Wirkung bei Augenleiden nachgesagt. Ich habe bei mir allerdings keine Auswirkungen feststellen können.
Der Abstieg nach Barr war mühsam und sehr steil.
In Barr haben wir in einer Winstubb nach einem Kaffee gefragt. Der Wirt sagte uns „erst heute Abend“. Er erklärte uns aber den Weg zu einem Kaffee. Die Bedienung dort war eine Augenweide. Der Kaffee war auch gut.
Ca. 18:15 Uhr haben wir Andlau erreicht und sind im Hotel Au Canon untergekommen. Die Zimmer hatten den Charme der frühen 70er Jahre und seither ist dort nichts mehr gemacht worden J. Aber für 48,-- Euronen das Dz hatten wir ein sauberes Zimmer incl. Frühstück, was will man mehr. Im Ort haben wir im Boef Rouge sehr guten Flammkuchen und Elässer Sauerkraut gegessen. Dann sind wir nur noch müde in die Federn gekrochen.



10. 04. 2011 Andlau – Chatenois



Nach dem Frühstück ging es sofort mit einem steilen Aufstieg durch einen Hohlweg los. Zwischendurch sind wir mit schönen Ausblicken auf Andlau und die umliegenden Täler entschädigt worden. Während des Abstiegs nach Bernardvillé trafen wir Antoine. Er erzählte uns, dass er vor zwei Jahren von hier nach Cluny und letztes Jahr von Cluny nach Firiac gelaufen ist. Dieses Jahr will er in 8 Wochen von Firiac nach Santiago de Compostella gehen.
Wir durchquerten Bernardvillé und gingen weiter durch die Weinberge vorbei an einer kleinen Kapelle, die den 14 Nothelfern geweiht ist.

Die Vierzehn Nothelfer sind 14 Christen aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert. Die Gruppe besteht nach der sogenannten Regensburger Normalreihe aus drei weiblichen und elf männlichen Personen, wobei bis auf eine alle als Märtyrer starben.

Durch das gotische Stadttor betreten wir Dambach la Ville, ein schönes mittelalterliches Städtchen. In Dambach la Ville haben wir zu Mittag gegessen. Eine Frau sah unsere Pilgerführer und erzählte uns, dass sie noch in diesem Jahr von Pamplona nach Santiago de Compostella gehen will. Wir verlassen Dambach la Ville durch das Neuthor in Richtung Chatenois. Kurz vor Chatenois kamen wir mit zwei älteren Frauen ins Gespräch. Die Eine berichtet von einem Kollegen, der von Chatenois in 3 Monaten nach SdC gelaufen ist.



Chatenois hat einen hübschen Ortskern mit offenem Kanal in der Hauptstrasse.
Der Ort geht auf die keltische und galloromanische Siedlung Castinetum an der römischen Heerstrasse zurück, die sich an der Ostseite der Vogesen hinzog.
Nachdem wir unser Quartier im Hotel Dontenville bezogen haben, machen wir noch einen kleinen Rundgang durch den Ort. In einer kleinen Kneipe lassen wir den Tag bei einem Bier ausklingen. Auf dem Rückweg müssen wir darauf achten, dass wir nicht in den Kanal treten.


11. 04. 2011 Chatenois - Riquewihr



Im Ort haben wir noch Proviant für den Tag gebunkert. Wir verlassen Chatenois in Richtung Hochkönigsburg. Im Wald auf der Suche nach Wegweisern stolpere ich über einen losen Stein im Laub und setze zum Tiefflug an. Der Wunsch nach Halt wird riesengroß. Gerhard reagiert geistesgegenwärtig, packt mich am Arm und verhilft mir wieder in die Senkrechte.
Der Weg führt durch Wald und Weinberge. Wir werden immer wieder mit herrlichen Ausblicken in die Rheinebene belohnt.


Im Wald treffen wir zwei Herren aus Orschwiller. Wieder entsteht ein angeregtes Gespräch. Der Eine der Beiden war letztes Jahr in drei Monaten von Orschwiller nach Santiago de Compostella gelaufen.
Bald darauf kommen wir am Chateau Reichenberg vorbei. Es liegt idyllisch auf einer Kuppe. Leider ist eine Besichtigung nicht möglich, da es sich bis heute im Privatbesitz befindet und bewohnt ist. Im „Schatten“ des Chateau Reichenberg machen wir halt und legen unsere Mittagspause ein. Unser Mittagsmahl bestand aus Baguette, Äpfel und Käse – herrlich. Frisch gestärkt wandern wir durch Weinberge nach Ribeauvillé mit seinen Störchen. Hier lebte das Geschlecht derer von Rappoltstein. Sie hatten das Reichslehen über Gaukler und Spielleute inne. Nur die durften auf Hochzeiten und Feiern spielen. Noch heute gibt es am 1. Septemberwochenende den Pfiffersdaj, den Gaukler und Spielleute aus nah und fern mit einer großen Parade feiern. Es ist eines der ältesten und schönsten Feste im Elsass.
Wir gönnen uns einen Kaffee und sehen uns schon mal das Hotel an, das wir für das anschließende Wochenende mit unseren Frauen gebucht haben. Ausgeruht zogen wir weiter. Wir durchqueren Hunawihr. Dieser Ort geht auf den merowingischen Stammesherrn Huno und seine Gattin Huna zurück. Die Kirche in Hunawihr wird seit 1687 als Simultankirche, d.h. von katholischen und evangelischen Christen gemeinsam genutzt.
Am Abend erreichten wir Riquewihr. Wir betreten den Ort durch die Stadtmauer und haben den mittelalterlichen Stadtkern mit wunderschönen Fachwerkhäusern vor uns.
Unterkunft finden wir im Hotel au Dolder. Hier war mal wieder die praktische Stampfwäsche angesagt.
Gegenüber dem Hotel ist ein Restaurant mit Elsässer Spezialitäten, die wir uns im Innenhof schmecken lassen. Von der benachbarten Dachterrasse sieht uns ein Chow-Chow beim Essen zu.


12. 04. 2011 Riquewihr - Turckheim



Am nächsten Morgen erwachen wir bei strömendem Regen. Den Preis des Frühstücks im Hotel hätten wir niemals abessen können, daher gehen wir in den Salon du Thé. Dort bekommen wir ein herrliches Frühstück. Als wir nach dem Frühstück wieder ins Freie kommen, hatt der Regen beinahe aufgehört.
Die Wanderung nach Keysersberg gestaltet sich teilweise recht heftig. Der Weg führt steil durch die Weinberge abwärts. Teilweise ist er durch Rodungsarbeiten fast unkennlich gemacht.
Wir balancieren den durch den Regen recht rutschigen „Weg“ nach unten und erreichen Kaysersberg.
In Keysersberg wurde 1875 Albert Schweizer geboren. Es ist ein hübsches Städtchen. Wir gönnen uns erst mal einen Kaffee und erholen uns von unserer Rutschpartie.
Von Kaysersberg aus gelangen wir über Ammerschwihr nach Katzenthal. In den Weinbergen beobachten wir einen Weinbauern, der mit einem Pferdegespann seinen Weinberg bearbeitet.
Am Ortseingang von Katzenthal folgen wir einer Abwasserrinne (!) in den Ort. In Katzenthal legen wir unsere Mittagspause ein. Es folgt ein steiler Anstieg in die Weinberge Richtung Niedermorschwihr. Die Kirche in Niedermorschwihr hat einen gedrehten Turmhelm, dem einzigen dieser Art im Elsass. Zu allem Überfluss beginnt es auch zu regnen. Am späten Nachmittag erreichen wir Turckheim, ein wunderschönes Winzerstädtchen. 1675 gewann Marschall Turenne für Ludwig XIV vor den Toren der Stadt gegen die Habsburger. Damit kam das Elsass zu Frankreich.
In der Touristeninfo erkundigen wir uns nach einem Zimmer. Im benachbarten Restaurant genießen wir ein hervorragendes Abendessen. Zum Abschluss dieses schönen Tages gönnen wir uns einen EAU de VIE PRUNE.


13. 04. 2011 Turckheim – Notre Dame de Schauenberg


Hinter Turckheim geht es zuerst eben weiter, dann steigt der Weg stetig an. Von den 18 km sind 15 bergauf, teilweise gefühlt senkrecht. Es ist eine landschaftlich herrliche Strecke. Wir treffen wenig Menschen. Im Wald kommen uns 2 Radfahrer auf den Trampelpfaden entgegen. Hier im Wald machen wir unsere auch Mittagspause. Wir speisten auf einem Baumstamm. Ein Stück weiter des Weges gibt es eine interessante Felsformation, den Kuckuckskopf.
Kurz danach finden wir eine natürliche Felskanzel mit atemberaubender Aussicht in die Rheinebene. Am ehemaligen Kloster Marbach vorbei gelangen wir zum Kloster St. Mark, 1050 erbaut. Es wird heute von den Schwestern vom heiligen Joseph zu St. Mark geleitet.
Nach weiteren 3 ½ Km erreichen wir Notre Dame de Schauenberg. Es wird von 2 alten Nonnen (Beide jenseits der 75) bewohnt. Manchmal ist auch die Schwester Oberin hier. Wir werden herzlich empfangen. Schwester Eugen zeigt uns unser Zimmer. Zum Abendessen gibt es eine hervorragende Suppe, Salate, Käse und Brot. Wir lassen es uns schmecken und langen herzhaft zu. Abends genießen wir den Blick in die Rheinebene und auf Colmar.
Ja die wussten damals auch wo es schön war.


14. 04. 2011 Notre Dame de Schauenberg – Jungholtz




Mit einem herrlichen Frühstück stärken wir uns für den Tag.
Das Kloster ist der Gottesmutter Maria gewidmet. Bevor wir losgeht besichtigen wir noch die Marienkirche des Klosters mit ihrem wunderschönen Flügelaltar.
Danach machen wir uns auf den Weg. Es beginnt gleich gefühlt senkrecht, mündete dann aber in schöne Waldwege, auf denen das Pilgern ein Genuss ist. Soultzmatt, ein altes Winzerstädtchen (wen wundert’s) an der Elsässischen Weinstrasse hat seinen Namen von der noch heute sprudelnden Mineralquelle Sulzmatte (Salzwiese). Aus der Gegend von Soultzmatt stammen einige Grand Crus. Das Fest der Grand Crus Zinnköpfle erinnert daran. In Soultzmatt haben wir Essen gebunkert. Von einer Bäckerei hole ich Kaffee to go und Gerhard besorge Stückchen. Wir sammelen Kräfte für die noch anstehenden Anstiege. Im Wald beim Dreibannstein nehmen wir bei einer Schutzhütte unser Mittagessen ein. Es folge ein steiler Abstieg nach Guebwiller. Guebwiller ist eine etwas trostlose, heruntergekommene Stadt. Wir sehen zu, dass wir nach einem Kaffee Land gewinnen. Bis Jungholtz, unserem Etappenziel müssen wir noch einen heftigen Anstieg und Abstieg bewältigen. Jungholtz gehört zu den Orten, in denen abends der Mond abgestaubt und mit der Stange hochgeschoben wird. Danach werden die Bürgersteige hochgeklappt.
Das Hotel war aber schön.

15. 04. 2011Jungholtz - Cernay


Weihwassergefäß in der Kirche von Kloster Notre Dame de Thierenbach

Unser Frühstück im Hotel für € 9,00 können wir nicht „abessen“. Gleich am Beginn unserer Etappe erreichen wir nach 300m Kloster Notre Dame de Thierenbach mit einer wunderschönen Kirche. Notre Dame de Thierenbach ist der meistbesucht Marienwallfahrtsort im Oberelsass. Wir folgen dem Pilgerweg weiter nach Wattwiller. In Wattwiller haben wir uns eine Weile mit einem pensionierten Metzger unterhalten. Er kann wegen Arthrose im Knie seinen Beruf nicht mehr ausführen. Er bricht das Gespräch ab, als sein Essen auf Rädern eintrifft. Gleich nebenan trinken wir einen guten Kaffee. Von hier aus rufen wir Uta und Monika an wann sie ankommen. Wir vereinbaren Cernay – Kirche als Treffpunkt. Um 13:30 ist unsere Pilgertour für dieses Jahr in Cernay zu Ende. Mit unseren Frauen verbringen wir noch ein schönes Wochenende in Ribeauvillee.



Quellennachweis:
Pilgerführer Der französische Jakobsweg von Renate Florl im Rotherverlag
Auslangen und Aushängen in den Kirchen und Gemeinden.
Wikipedia, Eigene Fotos