Blankenheim Trier
05.
07. 2013
Wir
sind wieder in der herrlichen Chorkapelle unserer Kirche. Markus spendet uns
den Reisesegen und gemeinsam sprechen wir den Psalm 37:
Hoffe auf den Herrn
Befiehl dem Herrn deine Wege
und hoffe auf ihn, er wird’s wohl
machen
und wird deine Gerechtigkeit
heraufführen wie das Licht
und dein Recht wie den Mittag.
Sei stille dem Herrn und warte auf
ihn.
Entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht
tust.
Bleibe fromm und halte dich recht;
denn einem solchen wird es zuletzt gut
gehen.
Der Herr Hilft den Gerechten,
er ist ihre Stärke in der Not.
08.
07. 2013
Giessen
– Blankenheim – Dahlem
6:29 Uhr – es geht los!
Der Zug in Hungen war
pünktlich, in Giessen umsteigen in den Zug nach Koblenz. Von da nach einer
Tasse Kaffee weiter nach Köln. Im Kölner Bahnhof fanden Bauarbeiten statt,
dadurch fuhr unser Zug von einem anderen Gleis ab. Es gab aber keinen Hinweis
darauf. Wir wunderten uns zwar, dass auf diesem Gleis ein ICE stand, dachten
uns aber noch nichts dabei. Erst nachdem der ICE abgefahren ist und sich dann
nichts mehr tat, wurden wir nachdenklich. Na ja, wir nahmen halt den nächsten
Zug nach Blankenheim.
Hier meldete sich mein Knie wieder,
das ich mir vor 2 Wochen etwas verdreht hatte. Also Bandage anziehen, Zähne
zusammenbeißen und weiterlaufen. Nach 2 Stunden legten wir eine Pause ein und
stärkten uns.
Vor Dahlem sahen wir im Wald den
Vierherrenstein. Ein 500 Jahre alter behauener Basaltstein, der den
Vierländerpunkt der Herrschaften Jünkerrath, Kronenburg, Schmidtheim und Blankenheim
markierte. In Dahlem reservierten wir telefonisch drei Betten in der Pension
Ulrich. Wir verspäteten uns etwas und wurden von der Wirtin ungnädig empfangen
„Das waren aber keine 1 ½ Stunden“ Dann wurden wir darauf hingewiesen, dass wir
unsere Schuhe nicht mit den Handtüchern abwischen sollten, sie habe keine Lust
jedes Mal neue Handtücher zu kaufen. Die örtliche Kneipe hatte Ruhetag. Wir
bekamen gnädigerweise jeder eine Tomaten-Fertigsuppe aus dem Automat und in der
Minibar war für jeden eine kleine Flasche Bier oder Wein.
09.
07. 2013
Dahlem
– Prüm
In der Pension Ulrich genossen wir ein
gutes Frühstück. Die Wirtin war wie ausgewechselt.
Es ging gleich mit einem deutlichen
Anstieg los. Der Weg folgte zunächst sehr schönen Waldwegen, die sich mit
Feldwegen abwechselten. In Ormont sahen wir uns die sehr schöne Kirche an. In
der Kirche lag ein Gästebuch aus, in dem sich Christa und Martin aus Bremen auf
Ihrem Weg von Bremen nach Santiago de Compostela eingetragen haben. In der Nähe
von Ormont verlief im 2. Weltkrieg der Westwall durch die Eifel. Allein im
Altkreis Prüm schufteten hierfür über 7.000 Arbeiter. Nach Ormont folgten
wieder lange Anstiege. Völlig fertig erreichten wir Gondenbrett. Gerhard sprach
einen Herrn in der Nachbarschaft an, um ein Taxi zu unserem Etappenziel Prüm zu
bestellen. Der bat ihn ins Haus und Gerhard bekam ein Glas Wasser und in 20
Minuten seine ganze Lebensgeschichte erzählt. Wir übernachteten im Hotel zum
goldenen Stern in Prüm. In der alten Bastei haben wir sehr gut zu Abend
gegessen. Nach dem Essen erhielt Klaus einen Anruf von seiner Frau und ging zum
Telefonieren hinaus. Wir humpelten nach ein paar Minuten hinterher. Klaus sagte
zu seiner Frau, da kommen zwei 75-jährige. Aber ihm ging es auch nicht besser.
10.
07. 2013
Prüm
- Waxweiler
Beim Frühstück am
nächsten Morgen saßen am Nebentisch zwei Frauen aus Saarbrücken und Freiburg,
die mit Fahrrädern unterwegs waren. Die Wirtin kam in unsere „sportive Ecke“
und sagte uns, wir können uns von den Brötchen mit auf den Weg nehmen. In der
Basilika wurden wir von einem Pater begrüßt „ich bin hier sozusagen der
Hausherr, wenn ihr einen Stempel wollt, müsst ihr euch beeilen, da das
Gemeindebüro gleich geschlossen wird. Hinter Prüm ging es gleich wieder steil
bergauf. Nach 2 KM erreichten wir Rommersheim, ein sehr schöner Ort mit
gepflegten Häusern und Gärten. Es folgte eine wunderschöne Strecke durch die
Schönecker Schweiz nach Schönecken.
In der Kirche von Schönecken lag ein
Pilgerstempel aus, den wir in unsere Pilgerausweise drückten. Es folgte - ein
sehr steiler Anstieg! Es ging unter der A60 hindurch. Hier gab es eine
Geschwindigkeitsbegrenzung für Pilger.
11.
07. 2013
Waxweiler
– Mettendorf
Wir haben sehr gut geschlafen. Die
Vermieterin war eine ältere Dame, die uns ein sehr gutes Frühstück servierte.
Auch hier durften wir uns für unterwegs etwas mitnehmen. Gegenüber, im Haus des
Gastes erhielten wir unsere Pilgerstempel. Im Getränkemarkt haben wir uns mit
Wasser für den Tag versorgt. Und wieder ging es steil bergauf. In Bellscheid,
einem kleinen Weiler, sprach uns eine ältere Dame mit Strohhut und Hund an „Ihr
müsst da vorne in das Kapellschen und dann rechts“. Dass wir nach dem
„Kapellschen“ erst wieder ein paar Meter zurück müssen, bevor wir abbiegen, hat
sie nicht gesagt. Da wurde aus dem Weg erst mal wieder ein Suchspiel. Ziemlich
fertig erreichten wir Neuerburg. Eingangs Neuerburg war ein älterer Herr an
einem Grundstück am Aufräumen. Er machte den Eindruck eines Hilfsarbeiters,
entpuppte sich aber im Laufe des sehr interessanten Gespräches als
pensionierter Chefarzt, Orthopäde und Unfallchirurg des örtlichen
Krankenhauses. Wir sind noch nach Neuerdorf in die Dorfmitte gegangen Eine Frau aus dem Schreibwarengeschäft sprach
uns an „wollt ihr einen Stempel, dann kommt, ich mach gleich zu“. Im Hotel
Kickert haben wir sehr gut übernachtet. Das Restaurant war geschlossen, da der
Seniorchef 85. Geburtstag feierte, so gingen wir in ein nahegelegenes
Restaurant.
12.
07. 2013
Mettendorf
– Bollendorf
Nach einem guten Frühstück (bei dem
wir wieder Brot für den Weg mitnehmen durften) machten wir uns auf. In der
Kirche holten wir und unseren Stempel und gingen nach einer kurzen Einkehr los.
Der Aufstieg nach Nussbaum war vergleichsweise mäßig. In der Kirche in Nussbaum
lag ein Zettel aus „Pilgerstempel gegenüber“. Wir erhielten die Stempel von
einem sehr netten Herrn in Form von Aufklebern, die wir in unsere
Pilgerausweise klebten. Er lud uns ein, uns zu setzen und bot uns etwas zu
trinken an. Wir saßen etwa eine halbe Stunde bei Ihm und haben uns sehr gut
unterhalten. Er verabschiedete sich von uns mit den Worten „bitte beten sie für
mich“.
Im Wald führte der Weg am
Fraubilienkreuz vorbei. Das Fraubilienkreuz ist einer der wenigen noch in der
Region existierenden Menhire. Er wurde im 2. oder 3. Jahrtausend vor Christus
errichtet und war eine Kult- und Opferstätte. Der Legende nach hat ihn der hl.
Willibrord selbst zu einem Kreuz umgestaltet.
Kurz vor Bollendorf führte der Weg
vorbei an herrlichen Felsformationen. Übernachtet haben wir im Gasthaus Unter
der Burg am Ortsrand. Im Ort haben wir bei einem Kroaten zu Abend gegessen, es
gab eine herrliche Fischplatte.
13.
07. 2013
Bollendorf
– Echternach – Wasserliesch – Nittel
Die Kirche in Bollendorf war leider
verschlossen. Der Weg nach Echternach führte entlang der Sauer. Bei Bollendorf
stand ein Angler bis zum Bauch im Wasser und hoffte auf Petriheil. Auf der
Sauer waren immer wieder ganze Gruppen Kanus zu sehen. Es war ein herrlicher
Weg. Der Weg nach Echternach führte über größtenteils geteerte Rad- und
Wanderwege am Fluß entlang.
Bei dem Sauerübergang über eine schöne
überdachte Holzbrücke stand eine große Jakobsmuschel. Von hier nach Santiago de
Compostela sind es noch lächerliche 2.431 KM. Nach zwei Stunden erreichten wir
Echternach. Es ist eine sehr schöne Stadt, wir machten einen kleinen Rundgang
und holten uns in der Information unseren Pilgerstempel und tranken auf dem
Kirchenvorplatz einen Kaffee.Von Wasserbillig setzten wir mit der Fähre nach Oberbillig über die
Mosel, um unseren Weg nach Trier fortzusetzen. In Wasserliesch fragten
wir im Weingut Giwer nach Unterkunft. Es war kein Zimmer mehr frei. Frau Giwer
erklärte uns, es sei Wochenende und in Trier Moselfest, da bräuchten wir gar
nicht daran denken im Großraum Trier ein Zimmer zu bekommen. Sie empfahl uns
das Hotel Mühlengarten in Nittel ca 20 KM zurück. Also: mit dem Zug zurück nach
Nittel. In der Vinothek des Weingutes tranken wir noch ein Glas Wein. Im Hotel Mühlengarten sind wir gut untergebracht. Wir beschlossen
morgen einen „Ruhetag“ einzulegen und mit dem Zug nach Trier und abends wieder
zurück fahren. Die Zimmer konnten wir um einen Tag verlängern.
14.
07. 2013
Trier
9:22 Uhr ging der Zug von Nittel nach
Trier. Am Bahnhof trafen wir ein lustiges 6-er Gespann Damen. Ihre Männer sind
mit dem Fahrrad unterwegs und sie fahren ihnen mit dem Zug hinterher. Margot
fragte, ob sie auf unser Gruppenticket 2 Stationen bis Oberbillig mitfahren
darf. Von dort sind sie nach Echternach gefahren. In Trier nahmen wir um 10:00 Uhr
an einer Stadtführung teil. Herr Minas zeigte uns sehr kurzweilig und
interessant die Sehenswürdigkeiten von Trier. Von der Porta Nigra mit Simeonsstift
vorbei am Dom bis zur Kaisertherme. Am Nachmittag wollten wir eine Schifffahrt auf
der Mosel machen, haben aber das Schiff verpasst. Es legte gerade ab als wir
kamen. Um 17:00 Uhr nahmen wir den Zug zurück nach Nittel.
15.
07. 2013
Nittel
– Trier – Hungen
Nach einem guten Frühstück liefen wir
in Nittel los. In Temmels in der Kirche ein kurzes Dankgebet gesprochen. Dann
ging es weiter bis Oberbillig. Der Zug fuhr uns vor der Nase davon, also eine
Stunde warten. In Trier tranken wir vor dem Bahnhof in einem Cafe noch eine
Cola um die Wartezeit zu überbrücken. Der Zug fuhr pünktlich um 14:23 Uhr. Ohne
weitere Verspätungen kamen wir um 19:33 in Hungen an. Gemeinsam mit unseren
Frauen ließen wir unsere Pilgerwanderung durch die Eifel im Restaurant
Klosterwald ausklingen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen