Die Ticket sind gebucht, der Termin ist blockiert, der Rother Wanderführer Strassburg - Le Puy ist verinnerlicht.
Am 07. 04. geht es um 6:23 ab Giessen los. Um 10:11 sind wir in Strassburg.
06. 04. 11
Gerhard
und ich finden uns um 16:00 Uhr bei unserem Pfarrer Markus Kleinert
zum Reisesegen ein.
Wie
im letzten Jahr gehen wir gemeinsam in die wunderschöne Chorkapelle unserer
Kirche.
Gemeinsam
sprechen wir den Psalm 37
Hoffe
auf den Herrn
Befiehl dem Herrn deine Wege
und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen
und
wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht
und
dein Recht wie den Mittag.
Sei stille dem Herrn und warte auf ihn.
Entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht
tust.
Bleib
fromm und halte dich recht;
denn
einem solchen wird es zuletzt gut gehen.
Der Herr hilft den Gerechten,
er ist ihre Stärke in der Not
Anschließend beten wir ein Reisegebet für
Pilger:
Gott, gehe mit uns auf die Reise.
Behüte und bei Tag und Nacht.
Gib deinen Engel uns zum Geleit.
Lass uns Heimat finden bei guten Menschen,
lass uns einander gute Freund sein.
Alles, was uns geschenkt wird,
geben wir in deine Hand.
Du magst es segnen und fruchtbar machen:
Für uns selbst und für die Welt.
Amen
Zum Abschluss spendet und Markus den
Reisesegen nach irischem Vorbild.
Unsere Chorkapelle gibt für uns den würdigen
Rahmen.
07. 04. 2011 Strassburg
– Ernolsheim sur Bruche
Monika hat uns nach Giessen zum Bahnhof
gebracht. Unser Zug fährt pünktlich um 6:23 ab. Beim Einsteigen raunzt mich ein
Mitreisender an: „Können sie mal ihren Rucksack aus meinem Gesicht nehmen.“
Als Ausgleich dazu wünscht uns ein
Anderer beim Aussteigen „Viel Spaß auf dem Jakobsweg.“
Nach der Ankunft gönnen wir uns vor dem
Bahnhof auf einem Mäuerchen zuerst einmal eine kleine Mahlzeit. Dann machen wir
uns auf die Suche nach der Kathedrale.
Es ist gar nicht so einfach, sich in
den Gassen und Gässchen zurecht zu finden. Eine freundliche Dame weist uns den
richtigen Weg. In Strassburg ist schwer was los. Es ist der Tag der
französischen Klassenfahrten, alles ist voller Schulklassen in allen
Altersstufen. Die Kathedrale ist leider über Mittag bis 13:45 Uhr geschlossen.
Wir beschließen unseren Stempel auf der Rückfahrt zu holen und lassen das Feld
im Pilgerausweis frei. Der Weg durch die Altstadt von Strassburg ist herrlich.
Entlang der Ill vorbei an wunderschönen Fachwerkhäusern. Der Weg aus der Stadt
hinaus ist etwas einfallsreich beschildert und führt so zu 2 zusätzlichen
Kilometern. Es geht entlang dem Bruchekanal, der parallel zu dem gleichnamigen
Flüsschen verläuft und zu den ältesten noch bestehenden Kanälen im Elsass
gehört. Er wurde im 17. Jahrhundert für den Transport von Baumaterialien für
die Zitadelle in Strassburg angelegt und später zum allgemeinen Warentransport
genutzt. Im Bruchekanal gibt es noch freilebende Bieber die hier fleißig ihre
Burgen bauen.
Auf dieser Strecke treffen wir Nadja
und ihre Freundin. Sie bleiben mit ihren Fahrrädern stehen und wollen genau von
uns wissen von wo wir gestartet sind, wie lange und bis wohin wir laufen. Es
entsteht eine angeregte Unterhaltung. Etwas später werden wir von zwei
Radfahrern überholt, die uns im vorbeifahren „Bon Chemin“ zurufen.
Unsere erste Herberge finden wir bei
Mme Jacquot in Ernolsheim sur Bruche. Wir bekommen
ein liebevoll hergerichtetes Zimmer. Mme Jacquot bestellt in einer
nahegelegenen Pizzeria für uns einen Tisch. Hier bekommen wir ein sehr gutes
Abendessen und lassen den Tag bei einem kühlen Bier ausklingen.
08. 04. 2011
Ernolsheim sur Bruche - Ottrott
Am nächsten Morgen bekommen wir ein
reichhaltiges Frühstück in dem schön restaurierten Aufenthaltsraum serviert.
Um ca 8:30 gehen wir los. Ich suche mir zuerst
eine Apotheke. Irgendwie brennen mir meine Augen und ich kaufe mir ein paar
Augentropfen. Damit geht es schon besser. Wir kommen an der Rimelenkapelle St.
Michael, erbaut 1199, vorbei. Es ist eine schöne, liebevoll restaurierte
Kapelle.
In Ergersheim sind wir falsch
abgebogen, haben aber schnell wieder auf den richtigen Weg gefunden. Hinter
Ergersheim steht der Dompeter (Domus Petri = Haus Petri), die wohl älteste
Landkirche im Elsass. Davor lädt eine Bank zu einer kurzen Verschnaufpause ein.
Um 12:00 werden wir mit Glockengeläut vom Dompeter verabschiedet. Kurz bevor
wir loslaufen, kommt ein Pilger aus Strassburg vorbei. Er erzählt uns, dass er
vor zwei Jahren in Santiago de Compostela war. Er zieht dann mit schnellen
Schritten weiter. Wir folgen ihm etwas langsamer nach Molsheim. Molsheim war in
der ersten Hälfte des 20 Jh. bekannt für die Bugatti-Sportwagen, die Ettore
Bugatti hier bauen liess. In Dorlisheim fragt Gerhard mit non-verbaler
Kommunikation einen Mann, der gerade aus einem Lokal kam, wie das Essen sei,
der antwortet mit den hochgereckten Daumen. Die rechte Spalte der Speisekarte
gefiel uns allerdings gar nicht. Rosheim betraten wir durch das Porte du Lion.
Bei einem Kaffee treffen wir zwei Ehepaare aus der Karlsruher Gegend. Sie erzählen
uns, dass durch ihr Dorf seit kurzem auch ein Jakobsweg beschildert ist. In
Rosheim grüßt in der Spitze eines Torbogens des
Krankenhauses Jakobus herunter.
In Ottrott war der Weg wieder etwas kreativ
beschildert, so dass wir nach dem Weg fragen und trotzdem erst nach einigem
Suchen unser Hotel L’Ami Fritz finden.
Im L’Ami Fritz nehmen wir ein sehr gutes
Abendessen ein. Unsere Tischnachbarn gucken etwas irritiert als wir in T-Shirt
und Gummischlappen erscheinen. Kein Wunder, sitzen sie doch, incl. der Kinder,
mit weißem Hemd und Fliege ziemlich ungemütlich da.
09. 04. 2011 Ottrott
– Andlau
Am nächsten Morgen sind wir ohne
Frühstück los. Der Aufstieg zum Odilienberg fängt gefühlt senkrecht an. Der Anstieg
erstreckt sich innerhalb von 3,5 km von 260 bis auf 764 Höhenmeter. Wir
brauchen dafür 2,5 Stunden. Nach kurzer Zeit finden wir im Wald eine
wunderschöne Bank, die geradezu zu einer Pause einlädt. Hier wird erst mal
gefrühstückt. Unterwegs werden wir von zwei Läufern überholt, die anscheinend
für den Alpenmarathon trainieren. Es ist etwas deprimierend wie die da hoch joggen
und ich keuche im Zeitlupentempo hinterher. Kurz vor dem Ziel passieren wir
imposante Mauerreste, die auf keltische Ursprünge zurückgehen. Endlich ist das
Kloster Mont St Odile erreicht. Es ist eine sehr schöne und gepflegte Anlage
mit herrlicher Fernsicht. Das Kloster wurde auf einem steil abfallenden
Buntsandsteinfelsen gebaut und ist der meistbesuchte Wallfahrtsort im Elsass.
Seit 1931 findet in der Klosterkirche eine fortwährende Anbetung vor dem
allerheiligsten Sakrament statt, Männer aus den umliegenden Dekanaten wechseln
sich wöchentlich ab.
Vor dem Selbstbedienungsrestaurant, das im
Salle des Pélerins untergebracht ist, spricht uns eine Frau an „wir haben uns
bereits bei Strassburg getroffen“. Es sind die beiden Radfahrer, die uns bei
Strassburg mit „Bon Chemin“ begrüßt hatten. Ihr Mann lädt uns zu einem Radler
ein und wir sitzen über eine Stunde gemeinsam in der Sonne und unterhalten uns.
Sie stammt aus der Nähe von Strassburg und spricht relativ gut deutsch, er ist
Franzose und versteht fast nichts. Beide sind Mitglied im örtlichen Radfahrerverein und
machen regelmäßig Touren in die Umgebung.
Ausgeruht geht es Richtung Barr weiter.
Kurz nach dem Start treffen wir auf
die Odilienquelle. Ihr wird noch heute heilende Wirkung bei Augenleiden
nachgesagt. Ich habe bei mir allerdings keine Auswirkungen feststellen können.
Der Abstieg nach Barr war mühsam und sehr
steil.
In Barr haben wir in einer Winstubb nach
einem Kaffee gefragt. Der Wirt sagte uns „erst heute Abend“. Er erklärte uns
aber den Weg zu einem Kaffee. Die Bedienung dort war eine Augenweide. Der
Kaffee war auch gut.
Ca. 18:15 Uhr haben wir Andlau
erreicht und sind im Hotel Au Canon untergekommen. Die Zimmer hatten den Charme
der frühen 70er Jahre und seither ist dort nichts mehr gemacht worden J.
Aber für 48,-- Euronen das Dz hatten wir ein sauberes Zimmer incl. Frühstück,
was will man mehr. Im Ort haben wir im Boef Rouge sehr guten Flammkuchen und Elässer
Sauerkraut gegessen. Dann sind wir nur noch müde in die Federn gekrochen.
10. 04. 2011 Andlau –
Chatenois
Nach dem Frühstück ging es sofort mit
einem steilen Aufstieg durch einen Hohlweg los. Zwischendurch sind wir mit
schönen Ausblicken auf Andlau und die umliegenden Täler entschädigt worden.
Während des Abstiegs nach Bernardvillé trafen wir Antoine. Er erzählte uns,
dass er vor zwei Jahren von hier nach Cluny und letztes Jahr von Cluny nach
Firiac gelaufen ist. Dieses Jahr will er in 8 Wochen von Firiac nach Santiago
de Compostella gehen.
Wir
durchquerten Bernardvillé und gingen weiter durch die Weinberge vorbei an einer
kleinen Kapelle, die den 14 Nothelfern geweiht ist.
Die Vierzehn Nothelfer sind 14 Christen aus dem
zweiten bis vierten Jahrhundert. Die Gruppe besteht nach der sogenannten Regensburger Normalreihe aus drei
weiblichen und elf männlichen Personen, wobei bis auf eine alle als Märtyrer
starben.
Durch das gotische Stadttor betreten wir
Dambach la Ville, ein schönes mittelalterliches Städtchen. In Dambach la Ville
haben wir zu Mittag gegessen. Eine Frau sah unsere Pilgerführer und erzählte
uns, dass sie noch in diesem Jahr von Pamplona nach Santiago de Compostella
gehen will. Wir verlassen Dambach la Ville durch das Neuthor in Richtung
Chatenois. Kurz vor Chatenois kamen wir mit zwei älteren Frauen ins Gespräch.
Die Eine berichtet von einem Kollegen, der von Chatenois in 3 Monaten nach SdC
gelaufen ist.
Chatenois hat einen hübschen Ortskern mit
offenem Kanal in der Hauptstrasse.
Der Ort geht auf die keltische und
galloromanische Siedlung Castinetum an der römischen Heerstrasse zurück, die
sich an der Ostseite der Vogesen hinzog.
Nachdem wir unser Quartier im Hotel
Dontenville bezogen haben, machen wir noch einen kleinen Rundgang durch den
Ort. In einer kleinen Kneipe lassen wir den Tag bei einem Bier ausklingen. Auf
dem Rückweg müssen wir darauf achten, dass wir nicht in den Kanal treten.
11. 04. 2011
Chatenois - Riquewihr
Im Ort haben wir noch Proviant für den
Tag gebunkert. Wir verlassen Chatenois in Richtung Hochkönigsburg. Im Wald auf
der Suche nach Wegweisern stolpere ich über einen losen Stein im Laub und setze
zum Tiefflug an. Der Wunsch nach Halt wird riesengroß. Gerhard reagiert
geistesgegenwärtig, packt mich am Arm und verhilft mir wieder in die
Senkrechte.
Der Weg führt durch Wald und Weinberge. Wir
werden immer wieder mit herrlichen Ausblicken in die Rheinebene belohnt.
Im Wald treffen wir zwei Herren aus
Orschwiller. Wieder entsteht ein angeregtes Gespräch. Der Eine der Beiden war
letztes Jahr in drei Monaten von Orschwiller nach Santiago de Compostella
gelaufen.
Bald darauf kommen wir am Chateau
Reichenberg vorbei. Es liegt idyllisch auf einer Kuppe. Leider ist eine
Besichtigung nicht möglich, da es sich bis heute im Privatbesitz befindet und
bewohnt ist. Im „Schatten“ des Chateau Reichenberg machen wir halt und legen
unsere Mittagspause ein. Unser Mittagsmahl bestand aus Baguette, Äpfel und Käse
– herrlich. Frisch gestärkt wandern wir durch Weinberge nach Ribeauvillé mit seinen Störchen.
Hier lebte das Geschlecht derer von Rappoltstein. Sie hatten das Reichslehen
über Gaukler und Spielleute inne. Nur die durften auf Hochzeiten und Feiern
spielen. Noch heute gibt es am 1. Septemberwochenende den Pfiffersdaj, den
Gaukler und Spielleute aus nah und fern mit einer großen Parade feiern. Es ist
eines der ältesten und schönsten Feste im Elsass.
Wir gönnen uns einen Kaffee und sehen
uns schon mal das Hotel an, das wir für das anschließende Wochenende mit
unseren Frauen gebucht haben. Ausgeruht zogen wir weiter. Wir durchqueren
Hunawihr. Dieser Ort geht auf den merowingischen Stammesherrn Huno und seine
Gattin Huna zurück. Die Kirche in Hunawihr wird seit 1687 als Simultankirche,
d.h. von katholischen und evangelischen Christen gemeinsam genutzt.
Am Abend erreichten wir Riquewihr. Wir
betreten den Ort durch die Stadtmauer und haben den mittelalterlichen Stadtkern
mit wunderschönen Fachwerkhäusern vor uns.
Unterkunft finden wir im Hotel au Dolder.
Hier war mal wieder die praktische Stampfwäsche angesagt.
Gegenüber dem Hotel ist ein Restaurant
mit Elsässer Spezialitäten, die wir uns im Innenhof schmecken lassen. Von der
benachbarten Dachterrasse sieht uns ein Chow-Chow beim Essen zu.
12. 04. 2011 Riquewihr
- Turckheim
Am nächsten Morgen erwachen wir bei
strömendem Regen. Den Preis des Frühstücks im Hotel hätten wir niemals abessen
können, daher gehen wir in den Salon du Thé. Dort bekommen wir ein herrliches
Frühstück. Als wir nach dem Frühstück wieder ins Freie kommen, hatt der Regen
beinahe aufgehört.
Die Wanderung nach Keysersberg
gestaltet sich teilweise recht heftig. Der Weg führt steil durch die Weinberge
abwärts. Teilweise ist er durch Rodungsarbeiten fast unkennlich gemacht.
Wir balancieren den durch den Regen
recht rutschigen „Weg“ nach unten und erreichen Kaysersberg.
In Keysersberg wurde 1875 Albert
Schweizer geboren. Es ist ein hübsches Städtchen. Wir gönnen uns erst mal einen
Kaffee und erholen uns von unserer Rutschpartie.
Von Kaysersberg aus gelangen wir über
Ammerschwihr nach Katzenthal. In den Weinbergen beobachten wir einen
Weinbauern, der mit einem Pferdegespann seinen Weinberg bearbeitet.
Am Ortseingang von Katzenthal folgen
wir einer Abwasserrinne (!) in den Ort. In Katzenthal legen wir unsere
Mittagspause ein. Es folgt ein steiler Anstieg in die Weinberge Richtung
Niedermorschwihr. Die Kirche in Niedermorschwihr hat einen gedrehten Turmhelm,
dem einzigen dieser Art im Elsass. Zu allem Überfluss beginnt es auch zu
regnen. Am späten Nachmittag erreichen wir Turckheim, ein wunderschönes
Winzerstädtchen. 1675 gewann Marschall Turenne für Ludwig XIV vor den Toren der
Stadt gegen die Habsburger. Damit kam das Elsass zu Frankreich.
In der Touristeninfo erkundigen wir uns nach
einem Zimmer. Im benachbarten Restaurant genießen wir ein hervorragendes
Abendessen. Zum Abschluss dieses schönen Tages gönnen wir uns einen EAU de VIE
PRUNE.
13. 04. 2011 Turckheim
– Notre Dame de Schauenberg
Hinter Turckheim geht es zuerst eben
weiter, dann steigt der Weg stetig an. Von den 18 km sind 15 bergauf, teilweise
gefühlt senkrecht. Es ist eine landschaftlich herrliche Strecke. Wir treffen
wenig Menschen. Im Wald kommen uns 2 Radfahrer auf den Trampelpfaden entgegen.
Hier im Wald machen wir unsere auch Mittagspause. Wir speisten auf einem
Baumstamm. Ein Stück weiter des Weges gibt es eine interessante Felsformation,
den Kuckuckskopf.
Kurz danach finden wir eine natürliche
Felskanzel mit atemberaubender Aussicht in die Rheinebene. Am ehemaligen
Kloster Marbach vorbei gelangen wir zum Kloster St. Mark, 1050 erbaut. Es wird
heute von den Schwestern vom heiligen Joseph zu St. Mark geleitet.
Nach weiteren 3 ½ Km erreichen wir
Notre Dame de Schauenberg. Es wird von 2 alten Nonnen (Beide jenseits der 75)
bewohnt. Manchmal ist auch die Schwester Oberin hier. Wir werden herzlich
empfangen. Schwester Eugen zeigt uns unser Zimmer. Zum Abendessen gibt es eine
hervorragende Suppe, Salate, Käse und Brot. Wir lassen es uns schmecken und
langen herzhaft zu. Abends genießen wir den Blick in die Rheinebene und auf
Colmar.
Ja die wussten damals auch wo es schön war.
14. 04. 2011 Notre
Dame de Schauenberg – Jungholtz
Mit einem herrlichen Frühstück stärken
wir uns für den Tag.
Das Kloster ist der Gottesmutter Maria
gewidmet. Bevor wir losgeht besichtigen wir noch die Marienkirche des Klosters
mit ihrem wunderschönen Flügelaltar.
Danach machen wir uns auf den Weg. Es
beginnt gleich gefühlt senkrecht, mündete dann aber in schöne Waldwege, auf
denen das Pilgern ein Genuss ist. Soultzmatt, ein altes Winzerstädtchen (wen
wundert’s) an der Elsässischen Weinstrasse hat seinen Namen von der noch heute
sprudelnden Mineralquelle Sulzmatte (Salzwiese). Aus der Gegend von Soultzmatt
stammen einige Grand Crus. Das Fest der Grand Crus Zinnköpfle erinnert daran.
In Soultzmatt haben wir Essen gebunkert. Von einer Bäckerei hole ich Kaffee to
go und Gerhard besorge Stückchen. Wir sammelen Kräfte für die noch anstehenden
Anstiege. Im Wald beim Dreibannstein nehmen wir bei einer Schutzhütte unser
Mittagessen ein. Es folge ein steiler Abstieg nach Guebwiller. Guebwiller ist
eine etwas trostlose, heruntergekommene Stadt. Wir sehen zu, dass wir nach
einem Kaffee Land gewinnen. Bis Jungholtz, unserem Etappenziel müssen wir noch
einen heftigen Anstieg und Abstieg bewältigen. Jungholtz gehört zu den Orten,
in denen abends der Mond abgestaubt und mit der Stange hochgeschoben wird.
Danach werden die Bürgersteige hochgeklappt.
Das Hotel war aber schön.
15. 04. 2011Jungholtz - Cernay
Weihwassergefäß
in der Kirche von Kloster Notre Dame de Thierenbach
Unser Frühstück im Hotel für € 9,00
können wir nicht „abessen“. Gleich am Beginn unserer Etappe erreichen wir nach
300m Kloster Notre Dame de Thierenbach mit einer wunderschönen Kirche. Notre
Dame de Thierenbach ist der meistbesucht Marienwallfahrtsort im Oberelsass. Wir
folgen dem Pilgerweg weiter nach Wattwiller. In Wattwiller haben wir uns eine Weile
mit einem pensionierten Metzger unterhalten. Er kann wegen Arthrose im Knie
seinen Beruf nicht mehr ausführen. Er bricht das Gespräch ab, als sein Essen
auf Rädern eintrifft. Gleich nebenan trinken wir einen guten Kaffee. Von hier
aus rufen wir Uta und Monika an wann sie ankommen. Wir vereinbaren Cernay – Kirche
als Treffpunkt. Um 13:30 ist unsere Pilgertour für dieses Jahr in Cernay zu
Ende. Mit unseren Frauen verbringen wir noch ein schönes Wochenende in
Ribeauvillee.
Quellennachweis:
Pilgerführer Der
französische Jakobsweg von Renate Florl im Rotherverlag
Auslangen und
Aushängen in den Kirchen und Gemeinden.
Wikipedia, Eigene
Fotos