Freitag, 25. Februar 2011

Gerhard und Andreas auf dem elsässer Jakobsweg




















Die Ticket sind gebucht, der Termin ist blockiert, der Rother Wanderführer Strassburg - Le Puy ist verinnerlicht.

Am 07. 04. geht es um 6:23 ab Giessen los. Um 10:11 sind wir in Strassburg.



06. 04. 11

Gerhard und ich finden uns um 16:00 Uhr bei unserem Pfarrer  Markus Kleinert zum Reisesegen ein.

Wie im letzten Jahr gehen wir gemeinsam in die wunderschöne Chorkapelle unserer Kirche.

Gemeinsam sprechen wir den Psalm 37

Hoffe auf den Herrn

Befiehl dem Herrn deine Wege
und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen
   und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht
   und dein Recht wie den Mittag.
Sei stille dem Herrn und warte auf ihn.
Entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht tust.
   Bleib fromm und halte dich recht;
   denn einem solchen wird es zuletzt gut gehen.
Der Herr hilft den Gerechten,
er ist ihre Stärke in der Not

Anschließend beten wir ein Reisegebet für Pilger:

Gott, gehe mit uns auf die Reise.
Behüte und bei Tag und Nacht.
Gib deinen Engel uns zum Geleit.
Lass uns Heimat finden bei guten Menschen,
lass uns einander gute Freund sein.
Alles, was uns geschenkt wird,
geben wir in deine Hand.
Du magst es segnen und fruchtbar machen:
Für uns selbst und für die Welt.
Amen

Zum Abschluss spendet und Markus den Reisesegen nach irischem Vorbild.

Unsere Chorkapelle gibt für uns den würdigen Rahmen.


07. 04. 2011 Strassburg – Ernolsheim sur Bruche

   
Strassburg

Monika hat uns nach Giessen zum Bahnhof gebracht. Unser Zug fährt pünktlich um 6:23 ab. Beim Einsteigen raunzt mich ein Mitreisender an: „Können sie mal ihren Rucksack aus meinem Gesicht nehmen.“
Als Ausgleich dazu wünscht uns ein Anderer beim Aussteigen „Viel Spaß auf dem Jakobsweg.“
Nach der Ankunft gönnen wir uns vor dem Bahnhof auf einem Mäuerchen zuerst einmal eine kleine Mahlzeit. Dann machen wir uns auf die Suche nach der Kathedrale.

Es ist gar nicht so einfach, sich in den Gassen und Gässchen zurecht zu finden. Eine freundliche Dame weist uns den richtigen Weg. In Strassburg ist schwer was los. Es ist der Tag der französischen Klassenfahrten, alles ist voller Schulklassen in allen Altersstufen. Die Kathedrale ist leider über Mittag bis 13:45 Uhr geschlossen. Wir beschließen unseren Stempel auf der Rückfahrt zu holen und lassen das Feld im Pilgerausweis frei. Der Weg durch die Altstadt von Strassburg ist herrlich. Entlang der Ill vorbei an wunderschönen Fachwerkhäusern. Der Weg aus der Stadt hinaus ist etwas einfallsreich beschildert und führt so zu 2 zusätzlichen Kilometern. Es geht entlang dem Bruchekanal, der parallel zu dem gleichnamigen Flüsschen verläuft und zu den ältesten noch bestehenden Kanälen im Elsass gehört. Er wurde im 17. Jahrhundert für den Transport von Baumaterialien für die Zitadelle in Strassburg angelegt und später zum allgemeinen Warentransport genutzt. Im Bruchekanal gibt es noch freilebende Bieber die hier fleißig ihre Burgen bauen.
Auf dieser Strecke treffen wir Nadja und ihre Freundin. Sie bleiben mit ihren Fahrrädern stehen und wollen genau von uns wissen von wo wir gestartet sind, wie lange und bis wohin wir laufen. Es entsteht eine angeregte Unterhaltung. Etwas später werden wir von zwei Radfahrern überholt, die uns im vorbeifahren „Bon Chemin“ zurufen.
Unsere erste Herberge finden wir bei
Mme Jacquot in Ernolsheim sur Bruche. Wir bekommen ein liebevoll hergerichtetes Zimmer. Mme Jacquot bestellt in einer nahegelegenen Pizzeria für uns einen Tisch. Hier bekommen wir ein sehr gutes Abendessen und lassen den Tag bei einem kühlen Bier ausklingen.


08. 04. 2011 Ernolsheim sur Bruche - Ottrott

   

Am nächsten Morgen bekommen wir ein reichhaltiges Frühstück in dem schön restaurierten Aufenthaltsraum serviert.

Um ca 8:30 gehen wir los. Ich suche mir zuerst eine Apotheke. Irgendwie brennen mir meine Augen und ich kaufe mir ein paar Augentropfen. Damit geht es schon besser. Wir kommen an der Rimelenkapelle St. Michael, erbaut 1199, vorbei. Es ist eine schöne, liebevoll restaurierte Kapelle. 

In Ergersheim sind wir falsch abgebogen, haben aber schnell wieder auf den richtigen Weg gefunden. Hinter Ergersheim steht der Dompeter (Domus Petri = Haus Petri), die wohl älteste Landkirche im Elsass. Davor lädt eine Bank zu einer kurzen Verschnaufpause ein. Um 12:00 werden wir mit Glockengeläut vom Dompeter verabschiedet. Kurz bevor wir loslaufen, kommt ein Pilger aus Strassburg vorbei. Er erzählt uns, dass er vor zwei Jahren in Santiago de Compostela war. Er zieht dann mit schnellen Schritten weiter. Wir folgen ihm etwas langsamer nach Molsheim. Molsheim war in der ersten Hälfte des 20 Jh. bekannt für die Bugatti-Sportwagen, die Ettore Bugatti hier bauen liess. In Dorlisheim fragt Gerhard mit non-verbaler Kommunikation einen Mann, der gerade aus einem Lokal kam, wie das Essen sei, der antwortet mit den hochgereckten Daumen. Die rechte Spalte der Speisekarte gefiel uns allerdings gar nicht. Rosheim betraten wir durch das Porte du Lion. Bei einem Kaffee treffen wir zwei Ehepaare aus der Karlsruher Gegend. Sie erzählen uns, dass durch ihr Dorf seit kurzem auch ein Jakobsweg beschildert ist. In Rosheim grüßt in der Spitze eines Torbogens des  Krankenhauses Jakobus herunter.
In Ottrott war der Weg wieder etwas kreativ beschildert, so dass wir nach dem Weg fragen und trotzdem erst nach einigem Suchen unser Hotel L’Ami Fritz finden.
Im L’Ami Fritz nehmen wir ein sehr gutes Abendessen ein. Unsere Tischnachbarn gucken etwas irritiert als wir in T-Shirt und Gummischlappen erscheinen. Kein Wunder, sitzen sie doch, incl. der Kinder, mit weißem Hemd und Fliege ziemlich ungemütlich da.




09. 04. 2011 Ottrott – Andlau

   
Mont St. Odile

Am nächsten Morgen sind wir ohne Frühstück los. Der Aufstieg zum Odilienberg  fängt gefühlt senkrecht an. Der Anstieg erstreckt sich innerhalb von 3,5 km von 260 bis auf 764 Höhenmeter. Wir brauchen dafür 2,5 Stunden. Nach kurzer Zeit finden wir im Wald eine wunderschöne Bank, die geradezu zu einer Pause einlädt. Hier wird erst mal gefrühstückt. Unterwegs werden wir von zwei Läufern überholt, die anscheinend für den Alpenmarathon trainieren. Es ist etwas deprimierend wie die da hoch joggen und ich keuche im Zeitlupentempo hinterher. Kurz vor dem Ziel passieren wir imposante Mauerreste, die auf keltische Ursprünge zurückgehen. Endlich ist das Kloster Mont St Odile erreicht. Es ist eine sehr schöne und gepflegte Anlage mit herrlicher Fernsicht. Das Kloster wurde auf einem steil abfallenden Buntsandsteinfelsen gebaut und ist der meistbesuchte Wallfahrtsort im Elsass. Seit 1931 findet in der Klosterkirche eine fortwährende Anbetung vor dem allerheiligsten Sakrament statt, Männer aus den umliegenden Dekanaten wechseln sich wöchentlich ab.
Vor dem Selbstbedienungsrestaurant, das im Salle des Pélerins untergebracht ist, spricht uns eine Frau an „wir haben uns bereits bei Strassburg getroffen“. Es sind die beiden Radfahrer, die uns bei Strassburg mit „Bon Chemin“ begrüßt hatten. Ihr Mann lädt uns zu einem Radler ein und wir sitzen über eine Stunde gemeinsam in der Sonne und unterhalten uns. Sie stammt aus der Nähe von Strassburg und spricht relativ gut deutsch, er ist Franzose und versteht fast nichts. Beide sind Mitglied im örtlichen Radfahrerverein und machen regelmäßig Touren in die Umgebung.
Ausgeruht geht es Richtung Barr weiter.
Kurz nach dem Start treffen wir auf die Odilienquelle. Ihr wird noch heute heilende Wirkung bei Augenleiden nachgesagt. Ich habe bei mir allerdings keine Auswirkungen feststellen können.
Der Abstieg nach Barr war mühsam und sehr steil.
In Barr haben wir in einer Winstubb nach einem Kaffee gefragt. Der Wirt sagte uns „erst heute Abend“. Er erklärte uns aber den Weg zu einem Kaffee. Die Bedienung dort war eine Augenweide. Der Kaffee war auch gut.
Ca. 18:15 Uhr haben wir Andlau erreicht und sind im Hotel Au Canon untergekommen. Die Zimmer hatten den Charme der frühen 70er Jahre und seither ist dort nichts mehr gemacht worden J. Aber für 48,-- Euronen das Dz hatten wir ein sauberes Zimmer incl. Frühstück, was will man mehr. Im Ort haben wir im Boef Rouge sehr guten Flammkuchen und Elässer Sauerkraut gegessen. Dann sind wir nur noch müde in die Federn gekrochen.



10. 04. 2011 Andlau – Chatenois



Nach dem Frühstück ging es sofort mit einem steilen Aufstieg durch einen Hohlweg los. Zwischendurch sind wir mit schönen Ausblicken auf Andlau und die umliegenden Täler entschädigt worden. Während des Abstiegs nach Bernardvillé trafen wir Antoine. Er erzählte uns, dass er vor zwei Jahren von hier nach Cluny und letztes Jahr von Cluny nach Firiac gelaufen ist. Dieses Jahr will er in 8 Wochen von Firiac nach Santiago de Compostella gehen.
Wir durchquerten Bernardvillé und gingen weiter durch die Weinberge vorbei an einer kleinen Kapelle, die den 14 Nothelfern geweiht ist.

Die Vierzehn Nothelfer sind 14 Christen aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert. Die Gruppe besteht nach der sogenannten Regensburger Normalreihe aus drei weiblichen und elf männlichen Personen, wobei bis auf eine alle als Märtyrer starben.

Durch das gotische Stadttor betreten wir Dambach la Ville, ein schönes mittelalterliches Städtchen. In Dambach la Ville haben wir zu Mittag gegessen. Eine Frau sah unsere Pilgerführer und erzählte uns, dass sie noch in diesem Jahr von Pamplona nach Santiago de Compostella gehen will. Wir verlassen Dambach la Ville durch das Neuthor in Richtung Chatenois. Kurz vor Chatenois kamen wir mit zwei älteren Frauen ins Gespräch. Die Eine berichtet von einem Kollegen, der von Chatenois in 3 Monaten nach SdC gelaufen ist.



Chatenois hat einen hübschen Ortskern mit offenem Kanal in der Hauptstrasse.
Der Ort geht auf die keltische und galloromanische Siedlung Castinetum an der römischen Heerstrasse zurück, die sich an der Ostseite der Vogesen hinzog.
Nachdem wir unser Quartier im Hotel Dontenville bezogen haben, machen wir noch einen kleinen Rundgang durch den Ort. In einer kleinen Kneipe lassen wir den Tag bei einem Bier ausklingen. Auf dem Rückweg müssen wir darauf achten, dass wir nicht in den Kanal treten.


11. 04. 2011 Chatenois - Riquewihr



Im Ort haben wir noch Proviant für den Tag gebunkert. Wir verlassen Chatenois in Richtung Hochkönigsburg. Im Wald auf der Suche nach Wegweisern stolpere ich über einen losen Stein im Laub und setze zum Tiefflug an. Der Wunsch nach Halt wird riesengroß. Gerhard reagiert geistesgegenwärtig, packt mich am Arm und verhilft mir wieder in die Senkrechte.
Der Weg führt durch Wald und Weinberge. Wir werden immer wieder mit herrlichen Ausblicken in die Rheinebene belohnt.


Im Wald treffen wir zwei Herren aus Orschwiller. Wieder entsteht ein angeregtes Gespräch. Der Eine der Beiden war letztes Jahr in drei Monaten von Orschwiller nach Santiago de Compostella gelaufen.
Bald darauf kommen wir am Chateau Reichenberg vorbei. Es liegt idyllisch auf einer Kuppe. Leider ist eine Besichtigung nicht möglich, da es sich bis heute im Privatbesitz befindet und bewohnt ist. Im „Schatten“ des Chateau Reichenberg machen wir halt und legen unsere Mittagspause ein. Unser Mittagsmahl bestand aus Baguette, Äpfel und Käse – herrlich. Frisch gestärkt wandern wir durch Weinberge nach Ribeauvillé mit seinen Störchen. Hier lebte das Geschlecht derer von Rappoltstein. Sie hatten das Reichslehen über Gaukler und Spielleute inne. Nur die durften auf Hochzeiten und Feiern spielen. Noch heute gibt es am 1. Septemberwochenende den Pfiffersdaj, den Gaukler und Spielleute aus nah und fern mit einer großen Parade feiern. Es ist eines der ältesten und schönsten Feste im Elsass.
Wir gönnen uns einen Kaffee und sehen uns schon mal das Hotel an, das wir für das anschließende Wochenende mit unseren Frauen gebucht haben. Ausgeruht zogen wir weiter. Wir durchqueren Hunawihr. Dieser Ort geht auf den merowingischen Stammesherrn Huno und seine Gattin Huna zurück. Die Kirche in Hunawihr wird seit 1687 als Simultankirche, d.h. von katholischen und evangelischen Christen gemeinsam genutzt.
Am Abend erreichten wir Riquewihr. Wir betreten den Ort durch die Stadtmauer und haben den mittelalterlichen Stadtkern mit wunderschönen Fachwerkhäusern vor uns.
Unterkunft finden wir im Hotel au Dolder. Hier war mal wieder die praktische Stampfwäsche angesagt.
Gegenüber dem Hotel ist ein Restaurant mit Elsässer Spezialitäten, die wir uns im Innenhof schmecken lassen. Von der benachbarten Dachterrasse sieht uns ein Chow-Chow beim Essen zu.


12. 04. 2011 Riquewihr - Turckheim



Am nächsten Morgen erwachen wir bei strömendem Regen. Den Preis des Frühstücks im Hotel hätten wir niemals abessen können, daher gehen wir in den Salon du Thé. Dort bekommen wir ein herrliches Frühstück. Als wir nach dem Frühstück wieder ins Freie kommen, hatt der Regen beinahe aufgehört.
Die Wanderung nach Keysersberg gestaltet sich teilweise recht heftig. Der Weg führt steil durch die Weinberge abwärts. Teilweise ist er durch Rodungsarbeiten fast unkennlich gemacht.
Wir balancieren den durch den Regen recht rutschigen „Weg“ nach unten und erreichen Kaysersberg.
In Keysersberg wurde 1875 Albert Schweizer geboren. Es ist ein hübsches Städtchen. Wir gönnen uns erst mal einen Kaffee und erholen uns von unserer Rutschpartie.
Von Kaysersberg aus gelangen wir über Ammerschwihr nach Katzenthal. In den Weinbergen beobachten wir einen Weinbauern, der mit einem Pferdegespann seinen Weinberg bearbeitet.
Am Ortseingang von Katzenthal folgen wir einer Abwasserrinne (!) in den Ort. In Katzenthal legen wir unsere Mittagspause ein. Es folgt ein steiler Anstieg in die Weinberge Richtung Niedermorschwihr. Die Kirche in Niedermorschwihr hat einen gedrehten Turmhelm, dem einzigen dieser Art im Elsass. Zu allem Überfluss beginnt es auch zu regnen. Am späten Nachmittag erreichen wir Turckheim, ein wunderschönes Winzerstädtchen. 1675 gewann Marschall Turenne für Ludwig XIV vor den Toren der Stadt gegen die Habsburger. Damit kam das Elsass zu Frankreich.
In der Touristeninfo erkundigen wir uns nach einem Zimmer. Im benachbarten Restaurant genießen wir ein hervorragendes Abendessen. Zum Abschluss dieses schönen Tages gönnen wir uns einen EAU de VIE PRUNE.


13. 04. 2011 Turckheim – Notre Dame de Schauenberg


Hinter Turckheim geht es zuerst eben weiter, dann steigt der Weg stetig an. Von den 18 km sind 15 bergauf, teilweise gefühlt senkrecht. Es ist eine landschaftlich herrliche Strecke. Wir treffen wenig Menschen. Im Wald kommen uns 2 Radfahrer auf den Trampelpfaden entgegen. Hier im Wald machen wir unsere auch Mittagspause. Wir speisten auf einem Baumstamm. Ein Stück weiter des Weges gibt es eine interessante Felsformation, den Kuckuckskopf.
Kurz danach finden wir eine natürliche Felskanzel mit atemberaubender Aussicht in die Rheinebene. Am ehemaligen Kloster Marbach vorbei gelangen wir zum Kloster St. Mark, 1050 erbaut. Es wird heute von den Schwestern vom heiligen Joseph zu St. Mark geleitet.
Nach weiteren 3 ½ Km erreichen wir Notre Dame de Schauenberg. Es wird von 2 alten Nonnen (Beide jenseits der 75) bewohnt. Manchmal ist auch die Schwester Oberin hier. Wir werden herzlich empfangen. Schwester Eugen zeigt uns unser Zimmer. Zum Abendessen gibt es eine hervorragende Suppe, Salate, Käse und Brot. Wir lassen es uns schmecken und langen herzhaft zu. Abends genießen wir den Blick in die Rheinebene und auf Colmar.
Ja die wussten damals auch wo es schön war.


14. 04. 2011 Notre Dame de Schauenberg – Jungholtz




Mit einem herrlichen Frühstück stärken wir uns für den Tag.
Das Kloster ist der Gottesmutter Maria gewidmet. Bevor wir losgeht besichtigen wir noch die Marienkirche des Klosters mit ihrem wunderschönen Flügelaltar.
Danach machen wir uns auf den Weg. Es beginnt gleich gefühlt senkrecht, mündete dann aber in schöne Waldwege, auf denen das Pilgern ein Genuss ist. Soultzmatt, ein altes Winzerstädtchen (wen wundert’s) an der Elsässischen Weinstrasse hat seinen Namen von der noch heute sprudelnden Mineralquelle Sulzmatte (Salzwiese). Aus der Gegend von Soultzmatt stammen einige Grand Crus. Das Fest der Grand Crus Zinnköpfle erinnert daran. In Soultzmatt haben wir Essen gebunkert. Von einer Bäckerei hole ich Kaffee to go und Gerhard besorge Stückchen. Wir sammelen Kräfte für die noch anstehenden Anstiege. Im Wald beim Dreibannstein nehmen wir bei einer Schutzhütte unser Mittagessen ein. Es folge ein steiler Abstieg nach Guebwiller. Guebwiller ist eine etwas trostlose, heruntergekommene Stadt. Wir sehen zu, dass wir nach einem Kaffee Land gewinnen. Bis Jungholtz, unserem Etappenziel müssen wir noch einen heftigen Anstieg und Abstieg bewältigen. Jungholtz gehört zu den Orten, in denen abends der Mond abgestaubt und mit der Stange hochgeschoben wird. Danach werden die Bürgersteige hochgeklappt.
Das Hotel war aber schön.

15. 04. 2011Jungholtz - Cernay


Weihwassergefäß in der Kirche von Kloster Notre Dame de Thierenbach

Unser Frühstück im Hotel für € 9,00 können wir nicht „abessen“. Gleich am Beginn unserer Etappe erreichen wir nach 300m Kloster Notre Dame de Thierenbach mit einer wunderschönen Kirche. Notre Dame de Thierenbach ist der meistbesucht Marienwallfahrtsort im Oberelsass. Wir folgen dem Pilgerweg weiter nach Wattwiller. In Wattwiller haben wir uns eine Weile mit einem pensionierten Metzger unterhalten. Er kann wegen Arthrose im Knie seinen Beruf nicht mehr ausführen. Er bricht das Gespräch ab, als sein Essen auf Rädern eintrifft. Gleich nebenan trinken wir einen guten Kaffee. Von hier aus rufen wir Uta und Monika an wann sie ankommen. Wir vereinbaren Cernay – Kirche als Treffpunkt. Um 13:30 ist unsere Pilgertour für dieses Jahr in Cernay zu Ende. Mit unseren Frauen verbringen wir noch ein schönes Wochenende in Ribeauvillee.



Quellennachweis:
Pilgerführer Der französische Jakobsweg von Renate Florl im Rotherverlag
Auslangen und Aushängen in den Kirchen und Gemeinden.
Wikipedia, Eigene Fotos